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Kondome? Brauchen wir nicht…
Aids und die Gefahren einer HIV-Infektion sind schon lange kein populäres Thema mehr. Die Welle der Aufklärungskampagnen ist vorbei. Doch vielleicht kommt sie zurück. Denn die Zahl der Menschen, die sich mit dem tödlichen Virus anstecken, steigt wieder.
Den Sex unterbrechen, ein Kondom aus der Packung fummeln und es überstreifen, das empfinden immer mehr Menschen in Deutschland als störend und unromantisch. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts haben sich im Jahr 2006 2700 Personen neu mit dem AIDS-Virus angesteckt. Eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Deutschland hat gezeigt, dass die meisten Menschen genau wissen, dass sie sich vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus am besten mit Kondomen schützen können. Trotzdem betrachtet nur noch jeder Dritte Aids als eine gefährliche Krankheit. Vor zehn Jahren waren es noch doppelt so viele.
Die neue Sorglosigkeit beim Sex
Manche Jugendliche halten Aids für eine Krankheit, die nur Erwachsene trifft. Sie wissen zwar, dass Aids sexuell übertragen wird. Jeder Fünfte der 16- bis 20-Jährigen weiß aber nicht, dass man sich bei einem infizierten Partner auch dann anstecken kann, wenn die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist.
Viele Schwule sind es nach fast 20 Jahren Verhüterli-Werbung, Safer-Sex-Spots und überall ausliegenden Aufklärungsbroschüren leid, beim Sex ständig an die Aids-Gefahr zu denken. Dazu tragen auch Anzeigen von Pharmaunternehmen in Schwulenblättern bei - mit Slogans wie „Leb dein Leben, wenn du positiv bist – 20 Jahre HIV“.

