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aktualisiert am: 25.01.2012

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Die Anspannung bis zum Lampenfieber


Im Gehirn und im Körper passiert dabei folgendes: Sobald der Gedanke an eine Gefahr (früher war das der Bär, heute ist es halt ein Prüfer oder die Zuhörer bei einem Vortrag) im Hirn herumspukt, wird die Schaltzentrale im Gehirn für Gefühle und Instinkte, das limbische System, aktiv. Allein die Tatsache, eine Situation als schwierig oder gefährlich zu bewerten, reicht aus, um den Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen. Das vegetative Nervensystem, das wir nicht bewusst steuern können, fängt an zu reagieren: der Sympathikus sorgt für eine erhöhte Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Nor-Adrenalin, diese Botenstoffe beschleunigen über eine vermehrte Calcium-Ausschüttung den Herzschlag und weil Gehirn und Muskeln mehr Blut und Sauerstoff benötigen, wird dem Verdauungstrakt Blut entzogen. Die Folgen: ein Nervenflattern bis zur Übelkeit.

All diese körperlichen Reaktionen entstehen letzten Endes nur, weil wir denken, wir seien in Gefahr, und weil deshalb Gehirn und Nervensystem anfangen, das Notfall-Programm abzuspulen. Die körperlichen Reaktionen auf solche Termine wie Prüfungen oder eine Präsentation fallen weit weniger stark aus, wenn wir uns gedanklich entsprechend darauf einstellen. Auf keinen Fall mit Panikgedanken wie „Hilfe! wenn ich an diesem Tag versage, kriege ich nie wieder im Leben eine Chance“ an die Sache herangehen. Sondern einfach cool bleiben: „Jo mei, wenn’s an diesem Tag nicht so hinhaut, weiß ich, wie ich es beim nächsten Mal besser machen kann“ oder noch besser, sich positiv darauf einstellen: nicht „ich habe Angst vor diesem Termin“, sondern „ich freue mich total darauf“.



Facts:


  • in einer Untersuchung wurden Leute nach Situationen befragt, die ihnen Angst machen. Ergebnis: "Fensterputzen in einer Gondel an einem Hochhaus" scheint leichter zu sein als "vor einer unbekannten Gruppe frei sprechen"
  • einer amerikanischen Studie zufolge leiden rund 50 Prozent der Musiker vor einem Auftritt unter Lampenfieber
  • eine weitere Studie zeigt aber auch: Schüler, die vor einer Klassenarbeit ein wenig Lampenfieber haben, erreichen bessere Leistungen
  • und: auch Promis und Show-Profis haben gelegentlich mit Lampenfieber zu kämpfen