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Du hörst nie zu!
Streitfall Familien - Familienstreit
Wenn tiefgreifende Konflikte mit Freunden oder Chefs nicht gelöst werden können, so bleibt die Möglichkeit, fortan getrennte Wege zu gehen. Bei der Familie ist das nicht so einfach, deshalb ergibt sich aus Familienstreitereien besonders viel Reibung. Eines ist klar: absolut demokratisch wird es in einer Familie nie zugehen (und selbst wenn die Kinder einmal erwachsen sind, bleiben sie irgendwie immer noch die Kinder) – aber Kinder haben zumindest ein Mitspracherecht, das Recht auf die eigene Meinung.
Geht es um häufig auftauchende Konflikte zwischen Eltern und Kindern, so bietet sich die Einrichtung einer festen monatlichen „Familienkonferenz“ oder einer „Samstagsrunde“ oder einer anderen Runde an, bei der sich die Familie trifft, um einfach zu quatschen oder um ungeklärte Dinge auszudiskutieren. Diese Runden können sehr konstruktiv sein, wenn klare Regeln für alle aufgestellt werden, wenn sie regelmäßig abgehalten und offen ausgetragen werden und wenn getroffene Entscheidungen und Absprachen eventuell sogar in einer Art Protokoll festgehalten werden (Mutter und Vater erlauben dies oder das, wenn das Kind jenes erledigt hat).
Sich streiten - und sich verstehen
Wichtig für eine gute Streitkultur ist auch die Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen. Einerseits muss man sich selbst verstehen, sich über die eigenen Wünsche und Ziele im Klaren sein, andererseits erleichtert es das Gespräch, wenn man auch den Standpunkt des anderen versteht. Deshalb ist es durchaus hilfreich, sich auf ein Streitgespräch vorzubereiten und Für- und Wider-Argumente zu sammeln, beispielsweise für das Gespräch mit den Eltern: was schätze ich an ihnen, wofür bin ich dankbar, womit komme ich weniger zurecht, wie sehen meine eigenen Vorstellungen aus.
Schwierig wird es bei bereits festgefahrenen Gewohnheiten. Da fallen die Parteien leicht in die verkrusteten Verhaltensmuster zurück. Hier hilft nur, die alten Streitmuster aufzulösen und nach neuen Konfliktlösungen zu suchen. Schuldzuweisungen sind ein typisches Beispiel für negative Verhaltensmuster. Ebenso ungünstig sind Gespräche, bei denen einer unter Zeitdruck steht oder durch Stress überlastet ist. In einer solchen Situation lassen sich Konflikte kaum konstruktiv lösen. Lieber das Gespräch auf einen vereinbarten Termin (zum Beispiel abends oder am Wochenende) verschieben, für den der andere sich mehr Zeit nehmen kann.
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