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Heuschnupfen: Mit der Allergie leben
Die Augen tränen, die Nasen tropfen, die Haut juckt. Jedes Jahr, im Frühling beginnen für Allergiker schwere Zeiten. Die Pollen fliegen.
Beim Joggen hat es Kevin erwischt. Die ersten Sonnenstrahlen haben ihn zu zwei Runden im Stadtpark verführt. „Hätte ich nicht machen dürfen...“, schnieft der 18-jährige Hobbysportler. Seine Nase trieft und die Augen tränen. Heuschnupfen. Mit der Haselnussblüte beginnt das Leiden von Kevin. Meist im Februar, im vorigen Jahr schon im Januar.
Durch den Wind
Beim Heuschnupfen handelt es sich um eine allergische Reaktion auf die Pollen von Windblütlern, also Bäumen, Kräutern und Gräsern. Die pflanzen sich mit Hilfe des Winds fort. Er bläst die winzigen Pollen kilometerweit zu artgleichen Pflanzen. Milliardenfach. Ein einziger Haselstrauch produziert 600 Millionen Pollenkörner. 8.000 Pollen atmet der Mensch während der Blütezeit mit jedem Atemzug ein. 20 bis 40 reichen bei Allergikern, um den Heuschnupfen auszulösen.
Auf zwölf Millionen schätzt die „Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie“ die Zahl der Heuschnupfen-Patienten in Deutschland. 70 Prozent mehr als 1990. Tendenz steigend. Wieso das so ist, ist noch nicht geklärt. Schädliche Umwelteinflüsse, intensiver Kontakt zu bestimmten Allergenen, Atemwegserkrankungen und Erbfaktoren gelten als Risikofaktoren.
Nur 10 Prozent der Betroffenen, so die Allergologen, werden angemessen therapiert. Viele wissen gar nicht, dass sie Allergiker sind. Auch Kevin ahnte nicht, „dass meine Erkältungen am Ende des Winters gar keine Erkältungen waren.“ Eines Sommers schwoll sein Rachen nach ausgiebigem Kirschgenuss zu, er konnte kaum noch atmen. „Allergische Reaktion“, diagnostizierte die Ärztin. Hauttests brachten zu Tage, was Kevins Körper so massiv bekämpft. Steinobst, Nüsse und die Pollen von Haselnuss, Birke und Erle.


