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aktualisiert am: 03.09.2010

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Zum Heulen - Herbst- und Winterdepression


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Na gut, nicht jedem ist gleich zum Heulen zumute – aber die winterlich-trüben Tage machen der Seele schon zu schaffen und bringen sie in ein Stimmungstief. Woher das kommt und was Du dagegen tun kannst, erfährst Du hier.

  • nach einer Studie der Universität Wien leiden etwa 13 % der Mitteleuropäer an einer leichten und 4 % an einer schweren Herbst- und Winterdepression 
  • in Deutschland schätzt man die Zahl der Betroffenen auf etwa 800.000 
  • in Ländern mit noch längeren Dunkelphasen wie in Skandinavien ist die Winterdepression noch stärker verbreitet 
  • die saisonal abhängige Depression (SAD) ist seit 1987 als eigenständige Form der Depression anerkannt 
  • meist beginnt die saisonale depressive Verstimmung im Oktober oder November und verschwindet wieder im März oder April 
  • Frauen leiden zwei- bis dreimal häufiger darunter als Männer 

Dunkelheit, Herbstnebel, Nieselregen: schnell ist da das Stimmungsbarometer auf dem Tiefpunkt. Morgens noch bei Dunkelheit aus dem Bett raus, fröstelnd in der Schule oder bei der Arbeit ankommen, sich müde durch den Tag schleppen – am liebsten möchte man im Bett bleiben und Winterschlaf halten.

So geht es vielen Menschen. Etwa drei Viertel aller Deutschen fühlen sich im Winterhalbjahr energielos und antriebsschwach, sie sind unkonzentriert und unausgeglichen. Einige rutschen sogar noch tiefer in diese Stimmung. Sie fühlen sich ständig müde und unausgeschlafen, es fällt ihnen schwer, sich überhaupt zu etwas aufzuraffen, private und berufliche Belastungen entziehen die letzte Energie – plötzlich nehmen sie die Umwelt negativer wahr, werden reizbar oder ziehen sich zurück. Oder sie naschen vermehrt Süßigkeiten und nehmen zu, was die trübselige Stimmung erst recht verstärkt.

Antriebslosigkeit, Reizbarkeit und Rückzug ist typisch für alle Formen der Depression und viele Menschen durchleben im Lauf ihres Lebens irgendwann einmal eine depressive Phase. Kommen die Symptome aber immer wieder im Herbst und schwinden im Frühjahr wie Schnee in der Sonne, dann sprechen die Mediziner von einer saisonal abhängigen Depression (SAD). Im Gegensatz zu anderen Depressionen kommt bei der Winterdepression noch die erhöhte Lust auf Süßes hinzu.

Die saisonal abhängige Depression ist vermutlich ein Erbstück aus Urzeiten: der Organismus musste sich auf die kalte Jahreszeit einstellen und die kostbaren Energiereserven gut einteilen, um bis zum Frühjahr überleben zu können – das erklärt, warum der Körper dem hohen Schlafbedürfnis und der Lust auf Kalorien unterworfen ist.

Wie der Körper diese Reaktionen hervorruft, hat eine andere Erklärung: Die Ursache der SAD liegt wohl im Mangel an Tageslicht. Licht wird vom Auge aufgenommen und ins Gehirn weitergeleitet. Das Gehirn reagiert darauf mit der Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen, die den Schlafrhythmus und das Gefühlsleben beeinflussen. Sinkt die Menge und die Intensität an Licht, wie es ja im Winter der Fall ist, so produziert der Körper mehr von dem Schlafhormon Melatonin und weniger von dem Gute-Laune-Hormon Serotonin – der Stoffwechsel schaltet auf Sparflamme und die Lebensenergie geht in den Keller.

So einfach ist das. Wer diese Hintergründe kennt, kann etwas dagegen unternehmen. Die Aufnahme von Licht über das Auge spielt dabei eine Schlüsselrolle. Aber auch körperliche Aktivitäten, Ernährung und ein Wohlfühl-Programm können helfen, besser mit einer Winterdepression umzugehen. Die besten Tipps haben wir hier für Dich auf der nächsten Seite zusammengestellt.